Noblesse Oblique
7. February 2007, 09:25:38
Die Redewendung »Noblesse oblige« oder »Adel verpflichtet« ist zwar sehr bekannt, lässt jedoch offen, wozu der Adel eigentlich verpflichtet war. Mittlerweile hat sich diese Frage allerdings erübrigt, da man auch ohne Adel ganz gut leben kann. Ohne Typografie ist das schon schwieriger, und so spielen sie nach wie vor eine wichtige Rolle: die TypoGrafen und TypoGräfinnen. Etwas schräg sind sie natürlich schon, denn wer sonst beschäftigt sich ernsthaft mit Versalausgleich oder stöhnt bei einem wunderbaren Bildkalender »Schon wieder die Comic Sans!«?
Gute Typografie ist nicht steif, altmodisch oder langweilig, sondern sehr vielseitig. Es gibt aufgeräumte Typografie, in der viel Weißraum wirkt, pompöse mit Zierschriften und Ornamenten oder experimentelle, die durch neue Ideen und Kombinationen beeindruckt. Verbunden werden sollten diese unterschiedlichen Richtungen jedoch immer durch hohe Qualität und Individualität.
Typografie verpflichtet – dieser Anspruch wird auch auf den 9. Tagen der Typografie die gemeinsame Basis für die Workshops, die Vorträge und natürlich auch für die Teilnehmer selbst sein.
Designstudenten, Grafikdesigner, ambitionierte Schriftsetzer, Dozenten und Ausbilder sowie viele andere Teilnehmer/innen aus unterschiedlichen Bereichen der Druck- und Medienbranchee haben Gelegenheit zum Austausch, zur Weiterbildung und Umsetzung ihrer kreativen Ideen.
Namhafte Referenten und spannende Workshops bilden auch in diesem Jahr das Herzstück der Tage der Typografie:
• Die Schriftdesigner Underware mit Büros in den Niederlanden und Finnland werden mit den Teilnehmern ihres Workshops eine jeweils ganz persönliche Schrift entwickeln, die ihr gesamtes Leben darstellen wird.
• Dan Reynolds, ebenfalls Schriftdesigner und Mitarbeiter bei Linotype, setzt auf »Typedesign mit Durchblick«: die Teilnehmer entwerfen eine Schablonenschrift und setzen sie auch praktisch ein.
• Im Workshop der Typonauten, mehrfach ausgezeichneten Grafikdesignern aus Bremen, geht es um Typen und Charaktere: reale oder erfundene Personen werden mit dem Zeichensatz einer Schrift dargestellt.
• Graf Zahl, bekannt aus der Sesamstraße, erhält im Workshop von Tanja Huckenbeck und Peter Reichard aus Offenbach/Main, Herausgeber des »spatium – Magazin für Typografie«, ein Corporate Design.
Neben den eher praxisorientierten Workshops finden auch Vorträge statt: Marco Bölling von Bölling Prägedruck und Anke Stache von den Frankfurter Artdiktatoren führen am Freitag (8. Juni 2007) Abend durch die Welt der wichtigsten Prägevariationen. Der Donnerstagabend bietet Platz für eine »Open Stage«, bei der Teilnehmer ihre Arbeiten oder auch typografischen Ansichten präsentieren können.
Weitere Informationen, das komplette Programm und die Möglichkeit zur Anmeldung (bis zum 28. februar gibt es Frühbucher-Rabatt) findet man unter http://www.tage-der-typografie.de.

Was für Bücher, CDs und Computerspiele gilt, gilt nun auch für die Typographie. Eine Experten-Jury hat nach über einem Jahr Recherche die 100 erfolgreichsten Schriften seit Gutenberg ermittelt. Ganz vorne dabei sind Helvetica, Futura, Frutiger, Garmond und Bodoni.
